Autor: Gabriella

  • Frühstück bei …

    Nicht Tiffany, sondern bei Heidi, an ihrem Baum. Es wurde zwar etwas später, denn als ich um 7:14 wach wurde und aufgestanden bin, war mir gar nicht bewusst, dass dies eigentlich fast halb acht ist, die Zeit, um die der Görtz Bäcker öffnet.

    Daher war es schon halb neun, bis mein Rucksack mit Kamera, einer Flasche Wasser für die Primeln, und einer Thermoskanne Kaffee bereit war, und ich beim Bäcker eine belegte Salamilaugenstange und ein Nusskringel kaufen konnte. So ausgerüstet konnte ich bei strahlendem Wetter, bei lediglich 4°, die Fahrt zum Friedwald beginnen.

    Es war ein gutes Gefühl durch die grünen Felder, Hügel und Täler zu fahren. Und des Öfteren sagte ich zu mir: Das würde dir auch gefallen, Heidi.

    Und nach der üblichen halben Stunde war ich am Parkplatz 2 angekommen.

    Es wehte ein kräftiger, kalter Wind und so vermummte ich mich in meiner Winterjacke, nahm den Rucksack und marschiert mit den Walking-Stöcken los zu Heidis Baum. Der Waldboden ist gesät mit Bärlauch und Buschwindröschen. Auch ein paar Veilchen leuchten hellblau durch das Grün.

    Am Baum angekommen, holte ich die Wasserflasche heraus und goss damit die Primeln. Aber sie waren gar nicht so zusammengefallen wie die im Garten. Die Sonne brennt im Wald doch nicht so kräftig wie an unserer Kräuterecke. Dann habe ich noch ein paar Fotos gemacht, mich dann zur Bank begeben und auf die mitgebrachte Isoliermatte gesetzt. Anschließend eine Tasse Kaffee eingegossen und begonnen, die Salamistange zu essen. Meine Gedanken kreisten dabei immer um Heidi. Dabei fielen meine Blicke auf den Eulenbaumstumpf und entdeckte, dass dort eine kleine Schlüsselblume wächst, und zwar die gleiche Sorte wie daheim, nämlich mit hängenden Köpfchen. Meine Blumen-App hat sie als Wald-Schlüsselblume identifiziert.

    Ich ließ Heidis Beisetzungsmusik laufen und als sie zu Ende war, ging ich nochmals zum Baum, habe ihn kräftig umarmt, ein paar Abschiedsworte an Heidi gerichtet und mich wieder auf den Heimweg gemacht.

    Dabei wählte ich für den Rückweg die Autobahn. Bei der Fahrt zur Anschlussstelle Rappenau musste ich bewundern, wie in den grau-braunen Waldrändern immer wieder leuchten weiße Flecken hervorstechen – vermutlich wilde Kirschbäume.

  • Zu Hause ist auch schön

    Einige der Bilder sind auch zu Hause in Malsch entstanden, einfach so um ein wenig zu fotografieren (knipsen).

    Aufgenommen 2009-04-15 18:11:59

    In Malsch viele Jahre, solange wir einen Teich im Garten hatten, ein Lieblingsplatz auf der Bank sitzen und den Fischen im Teich zuzuschauen. Aber irgendwann wurde die zweijährliche Säuberungsaktion, mit Wasser abpumpen, die Seerosen herausholen und den ganzen „Sumpf“ zu reinigen doch zu mühsam und er musste weichen. Gleichzeitig war damit auch der Bachlauf am Terrassenhang hinfällig und musste ebenfalls weichen. Oft habe ich dies später gefühlsmäßig bedauert, aber die Vorteile überwiegen.

    Selten ist es mir gelungen, Fotos von Heidi zu machen. Und wenn sie

    sie gesehen hat, musste ich sie meistens löschen.


    Dies ist ein altes Foto noch in unserer Mannheimer Wohnung im Obergeschoss ihres Elternhauses, dort haben wir bis 1992 gewohnt.

    An ihrer Seite Rex, der Hund, der tagsüber den Eltern gehörte, aber sobald wir zu Hause waren, sich bei uns aufhielt. Was natürlich auch dazu führte, dass das tägliche 22 Uhr Gassi gehen auf uns fiel. Was bei Regenwetter lästig, aber der Gesundheit äußerst förderlich war.

    Schön waren auch die Radtouren, die wir mit Rex durch den Käfertaler Wald unternahmen. Am Rad hatte er die Angewohnheit, dass er es nicht ausstehen konnte, dass da Vorderrad vor seinem Kopf war und egal wie schnell ich fuhr, er rannte immer schneller an der Leine mit.


    Viele Jahre lang hat Heidi leidenschaftlich gerne Puzzles gemacht. Aus der Körperhaltung glaube ich, dass sie hier auf unserer Couch sitzt und passenden Teilchen dafür sucht. Oft habe ich dabei geholfen, wobei wir beide unterschiedliche Strategien hatten. Heidi ging sehr strukturiert vor und suchte vom Rand aus immer das Teilchen, das praktisch in die nächste Lücke passte. Dazu wurden zunächst alles nach ihrer Form sortiert und auf Tablets ausgelegt.

    Ich hingegen nahm mir oft ein beliebiges Teilchen und suchte eines, das daran passte. So entstanden immer kleinere Patches, die wir dann irgendwie in das Puzzle einpassen mussten.


    Und hier Heidi, wie ich sie die meiste Zeit sah, wenn ich auf meinem Sessel im Wohnzimmer saß, auf der Laptop Tastatur herumhackte und gelegentlich aufblickte, während sie rauchend am Esstisch saß und Rätsel löste.

    Dieses Foto ist sogar an meinem Geburtstag 2016 aufgenommen und anscheinend waren wir an diesem Tag nicht auswärts essen, oder erst zum Abendessen aus.

    In den letzten Jahren konnte ich sie häufig dabei beobachten, wie bei dieser Haltung ihr Kopf langsam auf den Tisch sank und man Angst haben musste, dass sie sich dabei eine blutige Nase holt.


    Eine andere typische Haltung war – Heidi liegt auf der Couch und liest.

    Beim Lesen
    Aufgenommen 2015-01-28 19:39:02

    Man sieht auf dem Bild zwar nicht das Buch (oder Kindle), aber der nach unten gerichtete Blick ist eindeutig, auf den Fernseher schauen kann sie so nicht.

  • Heiligabend 2024 – Alleine

    Der Tag fing an, wie fast jeder Werktag: aufstehen, Kaffee kochen und Zeitung lesen. Aber ich war irgendwie hibbelig. Ich konnte mich nicht in Ruhe auf die Zeitung konzentrieren. Mittendrin habe ich unterbrochen, und habe mich daran gemacht, den Tannenbaum zu schmücken. Aber vorher ging ich auf die Suche nach den Weihnachtstischdecken. Sie waren weder im Wohnzimmer noch im Schlafzimmer -bis mir einfiel, im Keller ist auch ein Schrank und dort wurde ich fündig. Die schöne blaue Mitteldecke fand ich gleich. Aber nicht die große weiße, die immer als Husse diente.

    Danach kehrte ich den Baum ab, damit keine Tierchen ins Zimmer kommen. Als er so auf dem Tisch stand, konnte ich keine Ansicht finden, von der aus er nicht schräg stand. Zunächst entfernte ich den angeschraubten Kreuzfuß und versuchte es mit unserem eigenen Christbaumständer, aber dafür war der Baum irgendwie zu dünn: Man konnte ihn auch nicht gerade richten. Also blieb mir nichts anderes übrig, als zur Säge zu greifen und einen Schnitt im richtigen Winkel zu machen und anschließend den Holzfuß wieder anzuschrauben. Jetzt steht der Baum gerade.

    Als Schmuck entschied ich mich dieses Jahr zu den braunen und goldenen Kugeln. Diese haben sogar den Vorteil, dass sie aus Plastik sind und nicht so leicht zerbrechen. Als Kerzen wählte ich die weißen aus Wachs mit einigen zusätzlichen braunen, die die Farbe wechseln können. Glücklicherweise passt die Fernsteuerung de braunen auch für die Wachskerzen. Ansonsten wären sie eine Fehlinvestition gewesen – es sind nur zwei Schachteln zur Ergänzung ohne Kontroller. Zum Abschluss noch viel goldenes Lametta drapiert und der Baum ist fertig.

    Klein aber Fein

    Inzwischen war es auch Zeit zum Mittagessen: Es gab Gemüsespätzle aus dem Tiefkühlvorrat.

    Als ich nach dem Essen so auf der Couch saß, den hübschen Baum anschaute und YouTube-Videos anschaute, baute sich in mir der Wunsch auf, zu Heidi zu fahren. Also habe ich mich warm angezogen, aus Tannenzweigen und einigen Alpenveilchen mit Juteband ein kleines Bouquet gemacht, mich ins Auto gesetzt und mit Kamera zum Friedwald Schwaigern gefahren.

    Nach 35 Minuten war ich dort und nach weiteren 7 Minuten bei Heidi und legte mein Bouquet auf ihren Platz.

    Mit meiner Kamera machte ich ganz viele Bilder, um dann später bei einem Video mich über ein rotes Symbol zu wundern, was sich dann als Warnung für eine fehlende Speicherkarte herausstellte. Zu dämlich!

    Nach einer dreiviertel Stunde machte ich mich wieder auf den Heimweg, wo ich um halb fünf angekommen bin.

    Jetzt lausche ich wieder den Weihnachtsliedern und schreibe dieses Tagebuch, und warte auf die Bescherung. Denn heute Morgen brachte der Paketbote das Päckchen von Calumet und das werde ich später auspacken.

  • Fotoausflug 2024 Geroldsauer Wasserfälle

    SA, den 12. Oktober

    Fotoexkursion zu den Geroldsauer Wasserfälle.

    Wanderung entlang des Grabbach mit vielen Fotomotiven.

    ca. 2.5 km bis „Zum Butthof“ Gaststätte.

    ME: Hirschgulaschsuppe

    Danach Rückweg oberhalb des Bachs zum Parkplatz.

  • Guédelon: zweiter Besuch 2024 – ohne Heidi

    Ich habe versucht Heidis Urlaubstagebuch fortzuführen, aber bei meiner Handschrift ist das Ergebnis kaum zu lesen.

    Im Herbst 2024 bekam ich eine Einladung zum Fête de la sience mit soiree und menue ,nächtlicher Führung durch die Burg und Vorführung vom Ziegelbrennen und Kalkbrennen. So machte ich mich dieses Mal alleine auf den Weg nach Guédelon. . Zum Übernachten hatte ich wieder das »Hôtel Les Grands Chênes« gebucht wie 2017.

    Fr. 4. Oktober – Anreise

    Abfahrt Malsch 7:56 bei 9° um km 27897. aber vorher noch Tanken, sodass die eigentliche Fahrt um 8:01 begonnen hat. Zur Abwechslung nahm ich die Autobahn über Mulhouse und Beaune. Um 10:10 Pause am Port d’Alsace.

    Mittagspause auf der Aire du Creux – Moreau. Ich habe nur einen kleinen Salat gegessen.

    Die 623 km lange Strecke teilte ich so ein, dass ich ca. alle zwei Stunden eine Pause hatte. Wobei diese meist kürzer ausfielen als mit Heidi zusammen. So alleine an einem Tisch zu sitzen macht einfach weniger Spaß als zu zweit.

    Bei der Ausfahrt 21 Nitry der französischen A6 ging es runter über Land. Da hat das Navi eine Strecke ausgewählt, so wie früher Heidi ‐ schmal und kurvenreich. Aber nach weiteren zwei Stunden war ich um 14:47 am Hotel. Müde von der Fahrt legte ich mich erst mal ins Bett, weil die Heizung im Zimmer nicht eingeschaltet und mir kalt war.

    Sa. 5. Oktober – Besichtigung der Burg – Soirée

    Frühstück mit Baguette, Schinken und Mirabellen Marmelade. Zum Tanken nach Saint-Fargeau anschließend zur Burg. Dort verbrachte ich den ganzen Tag.

    Am Eingang habe ich mein Ticket vorgelegt und im Tausch ein grünes Bracelett ums Handgelenk bekommen. Die nächsten zwei Stunden verbrachte ich dann damit, durch die Burg zu laufen und außen herum den diversen Handwerker zuzuschauen. Es war interessant zu sehen was in den 7 Jahren seit unserem ersten Besuch alles geschehen ist. So langsam nimmt sie ihre endgültige Gestalt an. Es fehlen eigentlich nur noch die Turmspitzendes Eingangstors und von einem Eckturm.

    An diesem Wochenende war das Thema „cuisson“ – das Brennen der Ziegelund des Kalks.

    Danach hatte ich erstmal genug, bin zu meinem Auto und habe mich für eine halbe Stunde ausgeruht.

    Spectacle alchimique

    Um 14 Uhr war ein »spectacle alchimique« angekündigt, das ich mir anschaute. Recht unterhaltsam.

    Im Anschluss bin ich zur Mühle gegangen, war aber enttäuscht, da nur einer ständig vom Seigneure und Pain redete. Es sah auch nicht so aus, als würde noch eine Vorführung stattfinden, daher bin ich wieder zurück. Da die Schlangen an den Imbissen mir zu lange waren, habe ich mich bis kurz vor 17:30 nochmals ins Auto verzogen, bis ich wieder zur Scheune gegangen bin.

    Bevor es aber losging, mussten wir uns am Burgplatz versammeln, damit auch nur angemeldete Teilnehmer dabei sind. Dort spielte eine »Brass Band« und unter ihren Klängen sind wir gemeinsam zur Scheune marschiert.

    Dort gab es ein Treffen mit den vor Ort anwesenden Teams von CNRS, ENIS (Ingenieurschule Saint-Étienne) und Guédelon. Unter anderem auch Reden von Florian Renucci, maître d’œuvre (Projektmanager) à Guédelon, dann Mylène Pardoën, archéologue du paysage sonore (Soundscape-Archäologe) und Guillaume Lavoué, chercheur en réalité virtuelle(Virtual-Reality-Forscher).

    Den Projektmanager kannte ich aus der Serie Les Feux de Guédelon für die mir nach dem Besuch 2017 immer eine neue Folge per E-Mail angekündigt wurde.

    Bei der Ansprache wurde auf den Sinn des Burgbaues hingewiesen, dass die Wissenschaft vieles lernt, was durch reines Literaturstudium nicht bekannt war. Und dass es bei der Arbeit viel auf die Sinne ankommt: den Klang der Steine, der Farbe der Flamme

    Danach ging es wieder mit Kapelle zur Halle wo um 18:30 der Apéritif serviert wurde, hat gut geschmeckt, war aber leider mit Alkohol und so habe ich nur etwas davon genippt.

    Und so sah der Menüplan aus:

    Apéritif:
    un verre d’Hippocras (apéritif médiéval)

    Entrée:
    velouté de légumes,croûtons et ses graines avec pain de Guédelon
    et un quart de chèvre
    ou tranche de pâté en croûte sur salade et cornichon.


    Plat:
    pain d’automne fourré de pommes de terre, morbier,comté, mozzarella,
    oignons, persil, jambon du Morvan, muscade, vin blanc et crème fraîche
    accompagné de sa salade d’Automne et d’un verre de vin blanc


    Dessert:
    tarte aux pommes maison et café

    Während des Essens spielte die Kapelle. Inzwischen war es dunkel geworden und im Schloss wurden die Turmzimmer beleuchtet und an dem Brückengeländer Fackeln entzündet. Zur blauen Stunde habe ich einige Bilder gemacht.

    Etwa um 21 Uhr war das Essen beendet und wir wurden in zwei Gruppen und unter Fackelschein zu den Brennöfen geführt. Dort gab es wieder umfangreiche Informationen zum Brennen von Ziegeln und Kalk. Kurz nach zehn-Uhr ging es zum Ausgang und wir konnten nach Hause.

    Es war ein sagenhafter Sternenhimmel, aber das Schloss liegt mitten im Wald und so habe ich nur ein paarmal den Zenit geknipst. Ich dachte, dass ich am Hotel noch Aufnahmen machen könnte, aber leider hat ein Mähdrescher mit grellen Scheinwerfern die Nacht erhellt. So bin ich eben aufs Zimmer, hab mich ins Bett gelegt und mein Tagebuch bis 10 nach zwölf geschrieben.

    Und der passende Film auf YouTube:

    Und wenn ich mich schon mal aufgerafft habe wegzufahren, wollte ich auf jeden Fall am Sonntag auch etwas unternehmen.

    So. 6. Oktober – Erkundung der Umgebung

    Frühstück wie am Vortag – mit Baguette, Schinken und Mirabellen Marmelade.

    Les 7 écluses

    Mein erstes Ziel waren »Les 7 écluses« ca. 22 km entfernt. In Saint-Fargueau wollte Google mich unbedingt auf eine gesperrte Straße führen, aber ich bin einfach den Deviation Schilder gefolgt. Es hat einige Zeit gedauert, bis das Navi diesen Weg akzeptierte. Bedauerlicherweise nahm der Regen zu und an den Schleusen musste ich einen Regenschirm nehmen, was das Fotografieren nicht einfacher machte.

    Großartig herumlaufen wollte ich nicht und bin weiter nach Briare,

    Briare

    um mir noch mal die Kanalbrücke anzuschauen, an der Heidi vor sieben Jahren den besonderen Eiskaffee bekommen hatte. Auf dem Weg dorthin bin ich auch an der Kirche vorbeigekommen. Besichtigen ging nicht, da gerade Gottesdienst war. Aber die Fassade fand ich durchaus beeindruckend. Danach weiter zum Kanal. Aber das gesuchte Lokal war heute geschlossen. So habe ich nur ein paar Fotos im Regen gemacht und bin zurück zum Auto. Dabei bekam ich einen Schock, als ich noch ein Handyfoto für die GPS Einträge machen wollte und festgestellt habe, dass meine Handtasche noch im Auto liegt, das dadurch auch nicht abgeschlossen war. Da bin ich aber sehr zügig gelaufen.

    Für weiteres herumfahren im Regen hatte ich keine Lust mehr und gab das Hotel ins Navi ein und trat den Weg zurück zum Hotelzimmer an, legte mich dort auf s Bett und schrieb Tagebuch. Zum Glück funktioniert das WLAN wieder, denn heute Morgen war es mit den vielen Leuten anscheinend überfordert, jedenfalls bekam ich keine Verbindung.

    Im Zimmer steht ein Wasserkocher und einige Beutel mit Kaffeepulver. Davon habe eine große Tasse gemacht.

    Den Nachmittag habe ich auf dem Zimmer verbracht, bis es um dreiviertel sieben Zeit zum Abendessen wurde. Ich fuhr zur »Auberge du Lac« ganz in der Nähe. Es gab auch reichlich freie Plätze und ich konnte mir einen runden Tisch in der Ecke aussuchen.

    Abendessen

    Zum Essen habe ich »Tête de veau« genommen, unter der Annahme das es etwas Gebratenes ist. Als Aperitif einen Cocktail mit Ananassaft ohne Alkohol, zum Nachtisch ein »Café Liegois« und ein Espresso. Beim Fleisch hätte Heidi sich gewundert – es war praktisch ein Siede Fleisch mit einem dicken schwabbeligen Fettrand. Aber da er fast die Hälfte der Portion ausmachte, habe ich es probiert und konnte es tatsächlich essen. Dabei waren noch verschiedene Gemüsesorten. Nach eineinhalb Stunden war ich fertig und fuhr zurück ins Hotelzimmer. Während des Essens waren meine Gedanken ständig bei Heidi, ich musste immer daran denken, dass wir am letzten Urlaubstag uns immer es besonderes Essen gegönnt haben. Zum Eis habe ich sogar die Kopfhörer genommen und Heidis Abschiedsmusik gelauscht und einige stille Tränen vergossen. Ich merke immer wieder, wie sehr ich sie vermisse.

  • Wochenende 2024 in Nancy – ohne Heidi

    28. Juni 2024 – Fahrt nach Nancy

    Abfahrt Freitagmittag um 12:00 und war kurz nach 15 Uhr Ankunft im Hotel. Hier habe ich noch einen Parkplatz im Untergeschoss dazu gebucht für 30 €. Zuerst habe ich etwas ausgeruht, um später zum Stanilaus Platz zu gehen. Allerdings bin ich fast eineinhalb Stunden herumlaufen, ohne ihn zu finden. Die Anweisung der Dame von der Rezeption hatte ich so verstanden: bis zur Kirche, dann links. Es war aber das andere links. Ich hätte rechts abbiegen müssen.

    Als ich das endlich kapierte hat es funktioniert.

    Auf dem Platz wählte ich zufällig ein Café aus, nahm an einem Tisch an einer Laterne Platz, den ich den ganzen Abend nicht mehr verließ. Zuerst bestellte ich zwei Kugel Eis (Schokolade und Pistazie). War nicht das allerbeste, aber es hat geschmeckt. Später nahm ich noch einen Espresso.

    Im Verlauf des Abends war ich froh meine Weste mit genommen zu haben. Denn bis 22:45 wurde es ziemlich frisch. Und dann begann die Lightshow – sehr beeindruckend.

    Ob die Bilder/Videos etwas geworden sind, werde ich wohl erst zu Hause sehen. Die WiFi-Übertragung dauert ewig.

    Sa. 29. Juni – Spaziergang entlang des Flusses und Museum

    Der Tag beginnt mit einem für mich reichlichen Frühstück. Ich will ja nicht die ganzen verlorenen Kilo gleich auf einmal zusetzen.

    Als Tagesziel habe ich das „Museé des baux Arts“ ausgesucht. Und das befindet sich – wie sollte es anders sein – am Place Stanislas. Diesmal suchte ich einen alternativen Weg aus, der mich zunächst entlang eines Flusses unter Linden führte. Danach noch durch einen kleinen Park. Auf der Straße konnte man dann in der Ferne schon das Stanislas Denkmal sehen. Der Weg war trotzdem anstrengend und als ich am Platz war habe ich beim Personal eines Cafés nach einem Glas Wasser gefragt. Damit hab mich erstmal ausgeruht. Später nahm ich noch einen Espresso. Dazu kam nochmal eine Caraffe d’eau, die ich komplett ausgetrunken habe. Anschließend musste ich den gesamten Platz queren, um zum Museum zu gelangen. Am Eingang wurde der Inhalt meiner Handtasche untersucht, konnte aber gleich weiter zur Billeterie gehen. Der freundliche Kartenverkäufer fragte, ob ich berechtigt zu einem reduzierten Tarif sei und der Blick auf die Liste zeigte, dass mein Alter ausreicht: ab 65 gibts Ermäßigung.

    Zunächst ging es die Treppe hoch in den zweiten Stock. Und das erste Bild, das ich sah, war ein monumentaler Rubens. Die anderen bekannten Maler, die eine App mir zeigte, habe ich nicht gefunden.

    Nach fast drei Stunden war ich durch und habe mir ein Restaurant gesucht. Auf den Tischen lagen nur Menükarten mit Frühstück aber die freundliche Bedienung brachte die große Karte und ich bestellte eine Quiche Lorraine mit grünem Salat.

    Wenn schon Lothringen dann Quiche Lorraine!

    Danach ging ich zurück zum Hotel und habe mich auf dem Zimmer erholt.

    So 30. Juni 2024 – Regentag ab nach Hause

    Von den Unwettern der vergangenen Nacht habe ich nichts mitbekommen. Meine App zeigte heftige Blitze, aber offensichtlich zeigte mein Fenster in die falsche Richtung. Jedenfalls habe ich gut geschlafen. Am nächsten Morgen, als ich im Bad fertig war, habe ich den Koffer gepackt, alle sonstigen Sachen verstaut und mit dem Aufzug ins Parkdeck zum Auto gebracht. Danach bin ich Frühstücken gegangen. Heute habe ich die Eier probiert – keine gute Idee – nach gebackenem Ei schmeckte es jedenfalls nicht. Es war lediglich eine undefinierte, gelbe Masse. Der Speck dagegen war gut. Abgerundet wurde das Frühstück mit Nutella und Aprikosen-Marmelade. Mit den zwei Scheiben Brot war ich aber auch schon satt.

    An der Rezeption habe ich meine Abreise verkündet. Da schon alles bezahlt war, habe ich nur um die Rechnung gebeten, die per E-Mail mir zugeschickt wird.

    Die Wetteraussichten für diesen Sonntag waren äußerst bescheiden – den ganzen Tag nur Regen – also da hatte ich keine Lust in der Stadt bummeln zu gehen. Ist zwar schade, aber was solls. Und somit habe ich meine Heimfahrt in die Google Maps eingegeben – diesmal wählte ich den Weg über Metz und Saarbrücken.

    Es hat die ganze Zeit während der Fahrt geregnet. Kurz vor Frankenthal hat Daniela angerufen und wir haben geredet. Beinahe hätte ich noch den Abzweig A6 – A61 verpasst. Das Gespräch mit Daniela dauerte bis Speyer, dann hat sie mich an Erik weiter gereicht. Mit ihm sprach ich bis nach Hause.

    Dort bin zehn vor Zwölf angekommen. Den Koffer und Fotorucksack hineingebracht und auch gleich angefangen zu sortieren. Ungebrauchte Tops zurück in den Schrank, Schmutzwäsche in den Korb.

    Zum Kochen hatte ich keine Lust, ich habe mich mit etwas Obst begnügt. Die restliche Zeit des Tages habe ich vorm Fernseher verbracht. Heute fand in Portland USA ein Rennen der Formel E statt, das um 22:50 in DF1 übertragen wurde.

  • Heidis Muttertag 2024

    Zur Feier des Tages habe ich beschlossen, nach Schwaigern in den Friedwald zu Heidis Baum zu fahren / gehen und dort ein Vesper Frühstück bei ihr zu machen. Also habe ich nach dem Aufstehen einen Kaffee gekocht und in meine kleine Thermoskanne gefüllt und bin mit meinem Fotorucksack losgefahren. Nach einem kurzen Halt beim Bäcker Görz, für ein belegtes Laugen Kringel und ein Schokocroissant ging es durch den sonnigen Kraichgau zum Friedwald. Am Parkplatz erreichte mich ein Anruf von Daniela, die mir einen schönen Muttertag wünschte – sie war auch ganz angetan von meinem Vorhaben – und noch viele Grüße für Heidi hinzugefügt.

    Dann ging ich los. Nach den paar Meter, wo der Waldweg abbiegt, war ich zunächst etwas verwirrt, weil plötzlich eine geschlossene Schranke den Weg halb versperrte. Aber dann sah ich das Wegschild „Nussgasse“ war beruhigt und konnte meinen Weg fortsetzen. Nach 20 Minuten war ich am Baum, hielt einige Zeit inne, und setzte mich anschließend auf die Bank, die in unmittelbarer Nähe unseres Baumes steht. Dort ist aus einem ehemaligen großen Baum eine Eule geschnitzt, an der eine Plakette mit den Namen einiger Verstorbener und noch zukünftig hin zu kommender befestigt ist. Die Bank ist eine Spende dieser Familie.

    Ich habe meine Sachen ausgepackt – Kaffee, Brötchen, Lautsprecher. Habe wieder Heidis Beisetzungs-Musik gestartet, mir einen Kaffee eingeschenkt und mit dem Frühstück begonnen. Dabei immer wieder das einseitige Gespräch mit Heidi gesucht. Ich habe keine Ahnung, wie lange ich tatsächlich dort verweilt habe. Aber da meine Ankunft zu Hause um 10:51 Uhr war, wird es wohl über einer Stunde gewesen sein.

    Auf dem Rückweg zeigte da Navi irgendwann einen drei Minuten schnelleren Weg an, der mich zum A6 Anschluss Sinsheim/Steinsfurt leitete. Etwas kurvenreicher und bergiger, aber gut zu fahren.

  • Heidis Eiche

    Heidis Urne ist am 17. April 2024 im Friedwald Schwaigern an einer großen Eiche im kleinen Kreis von Familie und Freunden beigesetzt worden

    Wir haben uns um 15:30 am Parkplatz 2 getroffen und sind zusammen mit dem Förster zum Baum gelaufen. Für den Weg hatte ich als musikalische Begleitung die „Arlésienne Suite“ von Bizet herausgesucht. Dies war unsere Musik, wenn wir im Auto in den Urlaub gefahren sind.

    Am Grab haben wir einige Zeit der Trauer verbracht, während dessen ich Heidis Lieblingsmusik abspielte. Aus „Der Möwe Jonathan“ „Skybird“ und „Flight of the Gull“, zwei Titel von Elvis „Don’t cry Daddy“ und Amazing Grace“, „Halleluja“ gesungen von Andrea Bocelli und Erinnerung gesungen von Angelika Milster.

    Offenes Urnengrab mit Förster
    Plakette an Heidis Baum

    Und zum Schluss habe ich die Abschiedsrede für Heidi vorgetragen, an der ich einige Tage gearbeitet hatte, zwar mit vielen Unterbrechungen, aber letztendlich habe ich es geschafft und musste nicht auf die Aufnahme zurückgreifen, die ich sicherheitshalber gemacht hatte.


  • Abschiedsrede zur Beisetzung

    Liebe Heidi,

    hier unter dieser mächtigen Eiche, wo du deinen letzten Ruheplatz findest, möchte ich im Kreis von Familie und Freunden ein paar Worte zum Abschied sagen.

    In all den Jahren hast du immer zu mir gehalten und mich unterstützt – ich habe es dir sicher nicht leicht gemacht – aber du warst immer für mich da und hast mich auf allen Wegen begleitet.  Dafür kann ich dir gar nicht genug danken.

    Also wir vor mehr als 50 Jahren zusammen gekommen sind, hat keiner in unsere Umgebung daran geglaubt, dass aus uns Beiden mal ein Paar werden wird. Aber du hast immer dafür gekämpft, dass es wahr wird. So konnte auch die langjährige Wochenendbeziehung uns nicht auseinander bringen.

    Umso mehr haben wir die gemeinsamen Urlaube genossen – die uns zwar nie in weite Ferne führten, aber wenn wir im Auto zu den Klängen der Arlésienne Suite „On The Road“ in den Süden fuhren, waren wir glücklich.

    Es gab eine Zeit, wo ich dir besonders viel Kummer bereitet habe, aber auch da wolltest du nie von mir lassen und hättest mich vor anderen wie eine Löwin ihre Jungen mit deinem Leben verteidigt. Deine Unterstützung war mir eine große Hilfe

    Wahrscheinlich habe ich dir immer zu viel aufgebürdet, denn ich wusste ja, Heidi macht das schon. So ging ein Großteil unserer Lebensplanung von dir aus  – diesen Anstoß werde ich sehr vermissen.

    Gerade in den vergangenen Tagen ohne dich, habe ich noch mehr gemerkt, wie wichtig du mir warst. 

    Es macht einen großen Unterschied, jetzt allein im Sessel zu sitzen. Denn auch wenn wir beide nur so da saßen, du lesend am Esstisch, ich im Sessel auf einer Tastatur tippend – wir waren zusammen. Und immer wenn ich aufschaute und mal wieder sah wie dein Kopf auf den Tisch gefallen war, musste ich lächeln.

    Jetzt, ohne dich macht es einfach keinen Spaß und so gehe ich häufig schon um 10 Uhr schlafen. Fast so wie du früher immer erzählt hast, »wir gehen um 22 Uhr 22 ins Bett«.

    Was in den letzten Jahren nicht mehr zugetroffen hat, es war immer kurz vor oder nach Mitternacht.

    So auch an jenem Abend am 7. März. Beim Blick auf den Wecker war es bei mir 23:59  und um 0:01 bist du gekommen und hast dich in dein Bett gelegt und bist unter leichtem Schnarchen eingeschlafen – obwohl du ja niemals schnarchst!

    Aber aus diesem Schlaf bist du nicht mehr aufgewacht.

    So blieb mir in den folgenden Tagen nur die Möglichkeit an deiner Seite zu sitzen und deine Hand zu halten oder zwischendurch dein Mund von Schleim zu befreien oder etwas Tee hinein zu sprühen. Dabei hast du oft an dem Schwämmchen die Flüssigkeit gesaugt, und ich nicht glauben wollte, dass dein Zustand so schlimm ist.

    Es war nicht leicht so hilflos an deinem Krankenbett zu sitzen und manchmal habe ich mich dann gefragt, ob es die richtige Entscheidung war auf lebensverlängernde Maßnahmen zu verzichten. Aber die Alternative einer noch längeren Leidenszeit wäre noch viel schlimmer gewesen. Dafür haben wir beide im Pflegeheim zu viel gesehen.

    Am letzten Tag hatte ich mein Kopfhörer dabei und konnte sie dir anstelle der Hörgeräte einsetzten und so hast du vielleicht wirklich die Klänge der Musik »Die Möwe Jonathan«   gehört und konntest friedlich einschlafen. Diese Melodien haben uns immer an schöne Stunden erinnert, wo wir gemeinsam auf einem Schiff über die Wellen in die Abendsonne hinein gefahren sind. Und so wie damals waren wir Händchen haltend zusammen.

    Ich weiß nicht, wie lange es gedauert hat, bis mir bewusst wurde, dass du nicht mehr atmest.

    Aber ich bin froh, dass wir die letzten Minuten gemeinsam verbracht haben.

    Jetzt kannst du wie die Möwe Jonathan über dem Wasser schweben, frei ohne die Last des Lebens.

    Du wirst mir sehr fehlen.

    Und wenn wir jetzt deine Urne unter dem Baum versenken, wissen wir, wir können immer hierher zurückkehren und unseren Baum achtsam umarmen.

    So möge deine Asche dem Baum als Nahrung zu neuem Leben dienen, ihm Stärke geben, so wie du mir immer Stärke gegeben hast.

     – und eines Tages werde auch ich neben dir ruhen und wir können wieder gemeinsam in der Ewigkeit unser Runden drehen.

    Tschüss!

  • Heidis letzten Tage in der Klinik

    Nach dem nächtlichen Hirnschlag verbrachte Heidi die letzten fünf Tage vom 8. März 2024 bis zum 13. März 2024 ohne Bewusstsein in der GRN-Klinik Sinsheim auf der Palliativstation. Dort habe ich sie täglich besucht und neben ihrem Bett gesessen, ab und zu ihre Lippen mit einem feuchten Schwämmchen befeuchtet. Auf diese Geste hat sie die ersten Tage immer reagiert und die feuchten Lippen gierig angenommen. Bis auf den letzten Tag, wo ich keine Reaktion mehr spürte.

    In dieser Zeit sind schwierig anzuschauende Bilder von ihr entstanden. Nicht jeder mag sich diese traurigen Tage ansehen, aber ich habe sie mal zu einem Film zusammen gefasst. Nur das Titelbild zeigt sie aus glücklicheren Tagen.

    Unterlegt habe ich diesen Film mit Musik aus dem Film „Die Möwe Jonathan“ zu der wir beide schöne Erinnerungen teilten, während eine Schifffahrt in den Sonnenuntergang auf Oléron.

In Memoriam Heidi
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.